Umfangreiche Modernisierung am Hanauer Hauptbahnhof
Der Hanauer Hauptbahnhof wird in den nächsten Jahren umfangreiche Modernisierungen und Veränderungen erfahren. Das gilt nicht nur für das Empfangsgebäude, sondern auch für das gesamte Bahnhofsumfeld und die Eisenbahntechnik. In einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Bahn haben sich die Hanauer Stadträtin, Isabelle Hemsley (CDU) und der CDU-Landtagsabgeordnete, Heiko Kasseckert, über die weitreichenden Planungen informiert. Hemsley berichtete zu Beginn des Gesprächs von den städtebaulichen Veränderungen rund um den Hanauer Hauptbahnhof, die sich von den Flächen der heutigen Heraeus Quarzglas bis zum Standort der HSB erstrecken. Besonderes Augenmerk liegt laut Hemsley auf dem Bahnhofsvorplatz. „Das ist der erste Eindruck unserer Stadt für Bahnreisende, sozusagen unsere Visitenkarte“, so Hemsley. Die Stadt plant neben der Errichtung des Hauses des Erwerbslebens in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof auch eine Neugestaltung der Mobilitätsangebote. Es gelte, die unterschiedlichen Mobilitätsträger miteinander zu verknüpfen und so die Nutzung von Schiene und ÖPNV attraktiver zu machen.
Erfreut zeigten sich die beiden Hanauer Politiker von den Plänen der Deutschen Bahn zur Umgestaltung des Bahnhofsgebäudes. Aktuell liegen zwei Sanierungs- und Umbauvarianten vor. Ziel ist eine insgesamt moderne Gestaltung des Empfangsgebäudes für Bahnreisende sowie die Erweiterung von Mietflächen durch die Aufstockung bestehender Gebäudeteile. Den Bahnreisenden erwarten künftig mehr Angebote für den Reisebedarf, ein Food-Court oder weitere Nahversorgungsangebote. Abhängig ist die Umsetzung von der Modernisierung der technischen Anlagen und des Bahnhofsvorplatzes sowie der Finanzierung durch den Bund. Alle Beteiligten zeigten sich zuversichtlich, dass durch die angekündigten Investitionsmittel des Bundes die Realisierung des Umbaus greifbar geworden ist.
Nicht nur das Empfangsgebäude soll saniert werden, auch die Bahnsteige erhalten umfangreiche Sanierungen. Dazu gehört der Neu- und Rückbau von Gleisen im Zusammenhang mit der Nordmainischen S-Bahn und der barrierefreie Ausbau und Zugang zu allen Bahnsteigen, die künftig sowohl technisch als auch funktional modernsten Ansprüchen genügen werden.
Kurz vor dem Baubeginn steht die Nordmainische S-Bahn. Der CDU-Landtagsabgeordnete weist darauf hin, dass im Koalitionsvertrag von CDU und SPD auf Landesebene alle Notwendigkeiten geschaffen wurden, um dieses Projekt schnell umzusetzen. Erfreut zeigte sich Kasseckert, dass noch in diesem Jahr der letzte Planfeststellungsbeschluss für den dritten Abschnitt von Maintal bis Hanau hergestellt werden soll. Die Bahn plant den Baubeginn in den ersten Abschnitten noch in den nächsten Monaten. Die Fertigstellung des letzten Abschnittes am Hanauer Hauptbahnhof ist für das Jahr 2032 vorgesehen. In diesem Zusammenhang werden die vorhandenen Gleisanlagen verschoben und neue Bahnsteige errichtet. Mit der Inbetriebnahme der Nordmainischen S-Bahn werden wesentliche Entlastungseffekte auf der Hauptstrecke Frankfurt – Fulda erzielt und zudem das S-Bahn-Angebot von Hanau über Maintal nach Frankfurt deutlich verbessert, freut sich Kasseckert.
Mit allen Maßnahmen wird die Rolle des Hanauer Hauptbahnhofes im Nah- und Fernverkehr gestärkt. Notwendig dazu ist auch die Erneuerung der Stellwerke beziehungsweise der Ersatz vier vorhandener Stellwerke im Umfeld des Hanauer Hauptbahnhofs. Insgesamt zeigten sich Hemsley und Kasseckert sehr erfreut über die inzwischen sehr konkreten Planungen und Umsetzungsschritte. Auch wenn bis zum Abschluss der Maßnahmen noch einige Tage vergehen, ist erkennbar, dass der Hanauer Hauptbahnhof sein Gesicht und die Bedeutung im Nah- und Fernverkehr in naher Zukunft wesentlich ausbauen und verbessern wird.