Härtel und Lenz kämpfen gemeinsam für Kasseckert

CDU-Landtagskandidat bringt ehemalige Kontrahenten an einen Tisch

Hanau. Gut zehn Jahre nach dem heftigen Streit um die Abwahl der damaligen Oberbürgermeisterin, Margret Härtel, beenden zwei der schärfsten innerparteilichen Gegner der CDU ihren Zwist: die ehemalige Oberbürgermeisterin und der scheidende CDU-Landtagsabgeordnete Aloys Lenz haben sich zu Gesprächen getroffen und wollen die Streitaxt begraben. Möglich gemacht hat das der CDU-Landtagskandidat Heiko Kasseckert.

Die Annäherung der beiden Kontrahenten ist Folge eines gemeinsamen Ziels: Sowohl Härtel als auch Lenz unterstützen Heiko Kasseckert bei seiner Kandidatur für den Hessischen Landtag im Wahlkreis Main-Kinzig I und engagieren sich im Wahlkampf. „Ich habe bei beiden gespürt, dass die Vergangenheit offene Wunden hinterlassen hat, aber auch die Bereitschaft bestand, nach all den Jahren darüber zu reden“, teilte Kasseckert jetzt in einer mit den beiden Unionspolitikern abgestimmten Presserklärung mit. Sein Ziel sei es gewesen, dass beide miteinander reden und versuchen zu verstehen, warum der jeweils andere damals so gehandelt hat. Diesen Wunsch habe Lenz schon früher gegenüber Margret Härtel geäußert. Es folgten eine Reihe von offenen Gesprächen, in denen von beiden Seiten mit dem Abstand von zehn Jahren auch Fehler eingestanden wurden, in der Sache und im Umgang beziehungsweise der Kommunikation miteinander. So hat Aloys Lenz eingeräumt, dass ihn und führende Parteimitglieder bei der damaligen Rücktrittsforderung die Sorge begleitet hat, dass die CDU in Hanau bei der im Januar 2003 anstehenden Landtagswahl das Landtagsmandat verlieren könnte. „Die vorschnelle Rücktrittsforderung, deren Folgen und die persönlichen Auswirkungen für Margret Härtel und ihre Familie, haben ich und viele in der CDU damals nicht bedacht. Das war aus heutiger Sicht ein Fehler, den ich bedaure“, so Lenz. Aber auch Margret Härtel gibt im Rückblick zu, in einigen Punkten nicht richtig gehandelt zu haben und im Umgang mit der eigenen Partei selbstkritischer hätte sein zu müssen.
 
Kasseckert wirbt um Verständnis für die damals angespannte Situation: „Man muss sich die Stress- und Konfliktsituation aller Beteiligten von damals vorstellen, um verstehen zu können, was passiert ist“, so der CDU-Landtagskandidat. Die teilweise hanebüchenen Vorwürfe gegen Margret Härtel aus den Reihen der politischen Mitbewerber hätten bisweilen die Form einer Hetzjagd angenommen. Mit dem Hinweis, dass man die Grundrechte Härtels „mit Füßen getreten habe“ habe das Landgericht Hanau dazu klar Stellung bezogen, so Kasseckert. Mittlerweile habe sich Härtel dank ihres großen Engagements für die Stadt auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt wieder den Respekt erworben, der ihr zustehe, so Kasseckert.

Umso erfreulicher sei, dass auch noch vorhandene Zwistigkeiten innerhalb der Union beendet werden können. „Die Gespräche haben es ermöglicht“, so Aloys Lenz, „dass alte Wunden langsam verheilen können. Dass unser Verhältnis seit Beginn unserer politischen Arbeit immer etwas gespannt war, lag sicher auch daran, dass wir innerhalb der Partei einmal Konkurrenten waren“. Als Oberbürgermeisterin habe Margret Härtel viel in und für Hanau bewegen können. „Daran“, so Lenz, „gibt es keinen Zweifel.“ Auch Margret Härtel erkennt an, dass es eine große Leistung von Aloys Lenz war, den Wahlkreis im Hessischen Landtag in Wiesbaden fast 30 Jahre lang als Direktkandidat zu vertreten und in dieser Zeit vieles für Hanau und den Wahlkreis erreicht und bewegt zu haben. „Ich war beeindruckt, dass Aloys Lenz auf mich zugekommen ist, um den alten Streit zu beenden, was ihm sicher nicht leicht gefallen ist. So wie die beiden großen Nationen Deutschland und Frankreich nach dem Krieg einander verziehen und damit erst ein neues Europa ermöglicht haben, müssen wir uns auch im kleinen bewegen und konstruktiv in die Zukunft schauen“, sagt Härtel.
 
Es gehe jetzt darum, den Wahlkreis für den CDU-Kandidaten zu sichern, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Heiko Kasseckert verstehe es, Brücken zu bauen, Kontakte zu knüpfen und Dinge voranzubringen, so Härtel und Lenz. Dies habe er als Bürgermeister von Langenselbold ebenso bewiesen wie als Direktor des Regionalverbandes. Gemeinsam kämpfe man dafür, dass Kasseckert diese erfolgreiche Politik für die Region und die Stadt Hanau auch im Hessischen Landtag fortsetzen könne, so Härtel und Lenz abschließend in der Pressemitteilung.

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