Kasseckert sieht Hanau als Wohnstandort auf gutem Weg

Umstrukturierung der Militärflächen als Chance genutzt

An allen Stellen in Hanau spürt man die städtebauliche Veränderung. Schicke Bauschilder und große Baustellen schmücken das Bild und stellen die Geduld der Bürger, Einkaufskunden und Einzelhändler so manches Mal auf eine harte Probe. Als Bürgermeister der Hessentagsstadt 2009 - Langenselbold, weiß der CDU Landtagskandidat, Heiko Kasseckert, nur zu gut um die Einschränkungen und Belastungen, die durch solche großen Baumaßnahmen entstehen. „Dennoch ist das der richtige Weg, um die Stadt attraktiver zu machen und auch junge Familien in die Stadt zu locken. Hanau wird dadurch eine Verbesserung ihrer Struktur und ihrer Kaufkraft erreichen“, ist sich Kasseckert sicher. Das wird sich für die Stadt auszahlen und langfristig auch im Wohnwert der Kommune bemerkbar sein. Es sei beim Städtebau wichtig, die Bereiche Wohnen, Leben, Freizeit und Mobilität als Gesamtwerk zu betrachten. „Die großen Konversionsflächen, die nach dem Abzug der Amerikaner zur Verfügung stehen, waren und sind für die Stadt eine einmalige Chance.“

Betrachtet man die Vergangenheit, so stellt man aber auch fest, dass Hanau starken Nachholbedarf hat. Während sich die Stadt in der Zeit von 1998 bis 2002, auch mit dem von Oberbürgermeisterin Margret Härtel angestoßenen Umbau des Lamboy-Viertels, im Aufwärtstrend entwickelte, konnte man von 2003 bis 2008 nur eine stark unterdurchschnittliche Entwicklung im Hanauer Wohnungsbau feststellen. Wurden im Durchschnitt für Hanau jährlich über 200 Wohneinheiten gebaut, lagen sie in dieser Zeit teilweise weit unter 100 Wohneinheiten (Negativrekord 2006 mit 61 WE). Mit dem Weggang der Amerikaner konnte dieser Trend gestoppt werden und die Entwicklung Hanaus Fahrt aufnehmen.
 
Kasseckert, der in den vergangenen Tagen als Mitglied des Ausschusses für Grundsatzfragen nachhaltiger Regionalplanung die Brüder-Grimm-Stadt besuchte, kennt auch andere Beispiele von Kommunen, für die eine Nutzung der Konversionsflächen zur Last wurde. Nach seiner Erfahrung ist es entscheidend, dass eine Kommune einen klaren Kompass hat, wohin sie sich entwickeln möchte und bedarfsgerecht plant. Hier sieht er Hanau von der Lage im Rhein-Main-Gebiet begünstigt. „Unsere Region bleibt eine Zuzugsregion und wird weiter wachsen. Auch der demografische Wandel, der Trend zurück in die Städte und der individuelle Wohnraumbedarf sind dafür verantwortlich.“ Flächen dafür stehen aber nur östlich von Frankfurt, also im Main-Kinzig-Kreis, der Wetterau und in Teilen des Kreises Offenbach zur Verfügung. Auf dieser Grundlage ist die geplante Nutzung der Argonner und künftig der Pioneer-Kasernen für den Wohnungsbau das richtige Angebot. Diese Flächen bieten durch ihre Größe und den zum Teil wegen des Denkmalschutzes zu erhaltenden Freiflächen zwischen den Anlagen einmalige Gestaltungsmöglichkeiten. „In keinem neu erschlossenen Baugebiet kann man diese Großzügigkeit der Flächennutzung, schon aus wirtschaftlichen Gründen, finden“, weiß der langjährige Direktor des Regionalverbandes.
 
Skeptisch sieht Kasseckert die genannte Zahl von 5.000 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2020. Darin stecken allein rund 2.000 Wohnungen, die rechnerisch auf Altflächen und Baulücken in der Gesamtstadt entstehen könnten. Erfahrungsgemäß dauert dieser Prozess mit privaten Eigentümern aber deutlich länger. Er rät, auch mit Blick auf das Mitwachsen der Infrastruktur, eine Zeitachse von 20 Jahren ins Auge zu fassen, wobei jetzt durch den günstigen Zinsmarkt mit den Kasernengeländen sicher der weit größte Teil entwickelt werden kann und auch kurzfristig begonnen werden muss. Insgesamt, so Kasseckert abschließend, kann man die Hanauer Entwicklung nur begrüßen. Sie stärkt die Rolle Hanaus in der Region und trägt auch zur Standortsicherung für Unternehmen bei.

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