Das Jahr 2015 hat unser Leben verändert

Kolumne Dezember 2015

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende. Es wird in die Geschichte eingehen. Ähnlich wie die Jahre 2001 oder auch 1989 werden die Bilder im Gedächtnis bleiben. Es war ein Jahr geprägt von Unruhen, Schrecken, Unsicherheit und Veränderungen. Eben noch feierten wir 25 Jahre Deutsche Einheit und erinnerten uns an die friedliche Revolution im früher geteilten Deutschland, stehen wir schon wieder am Beginn einer neuen Epoche.

Die gewaltigen Flüchtlingsbewegungen über Kontinente hinweg und die zunehmende Gewalt islamischer Extremisten stellen uns vor völlig neue Herausforderungen. Ihre Dimension ist mit der Globalisierung und auch dem Ende der Ost-West-Konflikte vergleichbar. Ob wir wollen oder nicht, unsere Gesellschaft ist gefordert, sich gegen den Terror und die Feinde unserer Demokratie und Freiheit zu wehren, aber auch auf der Grundlage unseres Wertefundamentes denen zu helfen, die unserer Hilfe bedürfen.

2015 war ein Jahr der Erinnerung. 70 Jahre sind seit Ende des zweiten Weltkrieges vergangen. 70 Jahre Frieden und Freiheit in Deutschland und weiten Teilen Europas. Grund genug, sich gegen das Vergessen zu stellen und Kraft und Zuversicht für die Gegenwart daraus zu schöpfen. Mag unsere Gesellschaft noch so digitalisiert und globalisiert sein, so sind für die Bewältigung von Krisen immer noch unsere Urinstinkte und Eigenschaften einer aufgeklärten, humanen Zivilisation der Schlüssel zum Erfolg. Egal, ob die Bewältigung der Griechenland-Krise, das Trauern um die Opfer von durch Menschen herbeigeführten Flugzeugabstürzen, ob Fifa oder VW-Skandal oder die Terroranschläge von Paris – all diese Krisen lassen sich nur bewältigen, wenn wir mit Mut und Entschlossenheit die Dinge anpacken. Diese Zuversicht wünsche ich mir für 2016. Mit Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der wie kein anderer die Macht des Wortes so konsequent zu nutzen vermochte, und Alt-Kanzler Helmut Schmidt, hat unser Land zwei große Persönlichkeiten verloren, die genau diese besonderen Eigenschaften besaßen, denen unser Respekt vor ihrer Lebensleistung gilt, und die uns als Vorbild dienen mögen.

Das Jahr 2015 hat unser Leben verändert. An den ruhigen Tagen zwischen den Jahren haben wir Gelegenheit, inne zu halten und durchzuatmen und uns auf unsere Stärken zu besinnen. Nicht mit Verunsicherung und Ängsten können wir bestehen, sondern nur mit Mut, Tatkraft und einem klarem Kompass. In der Weihnachtsgeschichte sagte der Engel „Fürchtet Euch nicht …“ Darauf sollten wir vertrauen. Ihnen allen wünsche ich alles Gute, Zuversicht und persönliche Zufriedenheit für das neue Jahr 2016.

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