… frage, was du für dein Land tun kannst

Gastkolumne Hanauer Anzeiger

Bild von Wilfried Pohnke auf Pixabay
Bild von Wilfried Pohnke auf Pixabay
Die Corona-Zahlen waren einige Tage erfreulich niedrig. Ein Blick ins Ausland zeigt, dass es aber ganz schnell anders kommen kann. Schon im letzten Sommer haben wir uns in Sicherheit gewähnt und wurden im Herbst eines Besseren belehrt. Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Es bleibt unsere Pflicht, uns und andere zu schützen, um eine erneute Verschärfung zu vermeiden. Impfungen sind der wesentliche Schlüssel dazu. 

Aktuell haben ca. 61 % der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten, rund 50 % wurden zweimal geimpft und haben den Vollschutz. Zu wenig –  und das Tempo der Impfungen nimmt stark ab. Es ist aber kein Impfstoffmangel, sondern die niedrige Impfbereitschaft der bisher Ungeimpften. Dabei ist eines klar: Das Corona-Virus wird bleiben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ungeschützte Personen mit dem Virus infizieren und im Zweifel einen schweren Verlauf mit vielleicht bleibenden Schäden provozieren. Erwiesen ist hingegen, dass schwere Verläufe und die Weitergabe des Virus bei geimpften Personen deutlich geringer ausfallen.

Wie aber soll der Staat auf die Trägheit oder Ablehnung der Impfungen – und damit auf die bewusste oder unbewusste Inkaufnahme, dass es bei steigenden Infektionszahlen erneut zu Einschränkungen im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben kommen kann, reagieren? Die Einschränkungen und die Lockdown-Phasen haben nicht nur der Staatskasse zugesetzt. Viele Menschen und Branchen sind bis heute ökonomisch und seelisch stark betroffen. Es ist die Pflicht des Staates alles zu tun, um seine Bürger zu schützen. Das ist aber keine Einbahnstraße. Sobald allen Bürgern das Angebot einer kostenlosen Impfung gemacht wurde, dreht sich die Fragestellung um. Frei nach J.-F. Kennedy: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“ Ab diesem Moment ist es eine Bringschuld des Bürgers, einen Beitrag zu leisten, dass dieses Land und seine Bürger mit geringen Einschränkungen und Schäden aus der Pandemiephase kommen. Für mich ist es nur allzu verständlich, dass Nicht-Geimpfte andernfalls mit empfindlichen Einschränkungen werden leben müssen – vom Restaurantbesuch bis hin zu Auslandsreisen.

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