Terror auf fremdem Boden

Gastkolumne Hanauer Anzeiger

Erschüttert haben wir die Bilder der Raketenangriffe im nächtlichen Tel-Aviv und im Gaza-Streifen verfolgt. Der Konflikt zwischen Israel und Palästina ist der Kernkonflikt im Nahen Osten, und er führt auf die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 zurück. Seit dieser Zeit stehen sich Juden und Araber immer wieder neu und gewaltsam gegenüber. Und auch die jetzige Waffenruhe ist fragil. Es kann und darf aber keinen Zweifel am Existenzrecht Israels geben. Und deshalb sind wir auch im eigenen Land – aus historischer Verantwortung – verpflichtet, gegen jede Art von Antisemitismus vorzugehen.

Dabei täten wir gut daran, nicht nur den Rechtsextremismus als Quelle von Judenhass zu benennen. Die Bilder der Ausschreitungen und Proteste gegen Synagogen, Angriffe gegen die Polizei und die Verbrennung jüdischer Symbole durch muslimische Einwanderer mit arabischer Herkunft machen deutlich, dass auf deutschem Boden fortgesetzt wird, was in den Herkunftsländern Grund für die Auswanderung war: Ungelöste Konflikte, dysfunktionale Strukturen und Glaubenskriege. Diese Konflikte werden nicht zurückgelassen, um etwa im Zuwanderungsland neu zu beginnen. Im Gegenteil – sie werden hierher transferiert, inklusive Moralvorstellungen und kulturellen Unterschieden, die sich selten mit unserer christlich-abendländischen Weltanschauung vereinbaren lassen. Und so sind die innenpolitischen Konflikte in den Herkunftsländern der großen Zuwanderergruppen unweigerlich in Deutschland zu spüren, bis hin zu Protesten und Gewalttaten auf deutschen Straßen. Wir sollten uns nichts vormachen – zumeist definieren sich Zuwanderer in Deutschland über ihre nationale Herkunft, die Zugehörigkeit zur ethnischen Gruppe und über den Islam – auch in der zweiten und dritten Generation. Dabei steht weniger die Integration, sondern vielmehr die Einflussnahme auf das politische und kulturelle Leben, im Vordergrund. Und genau das sollten wir nicht mehr akzeptieren.

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