Presse
26.10.2018, 10:16 Uhr
Lehrer-Protest der GEW politisch motiviert
Kasseckert kritisiert Aktion vor der Landtagswahl

Pünktlich drei Tage vor der Landtagswahl startet die GEW im Wahlkreis des schulpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion noch einmal einen Frontalangriff auf die hessische Bildungspolitik. In der Hoffnung, es bleibt etwas Negatives hängen, wird von Überlastungsanzeigen von vier Schulen im Main-Kinzig-Kreis gesprochen. Schaut man genau hin, haben sich drei Schulen nur besorgt über die schulische Bildung und über die räumlichen Bedingungen geäußert. „Und das nicht einmal mit konkreten, individuellen Beispielen, sondern mit einer von der GEW vorgefertigten Beschwerdevorlage“, kritisiert der CDU-Landtagsabgeordnete, Heiko Kasseckert. Die Lehrergewerkschaft GEW hatte in den letzten Tagen des Landtagswahlkampfs wörtlich dazu aufgerufen, pauschal ‚an möglichst vielen Schulen Überlastungsanzeigen anzufertigen‘ und mit einem vorgefertigten Formular und vorformulierten Text-Bausteinen ohne Nennung einer konkreten Schulsituation Stimmung zu machen. Dass von den 92 Schulen im Main-Kinzig-Kreis mit ihren über 3.900 Lehrkräften nur eine einzige Schule dem Aufruf der GEW gefolgt ist, zeigt, dass in den Schulen verantwortungsvolle Lehrkräfte sowie Schulleitungen unterwegs sind, denen eine gute Bildung und die Verbesserung der Situationen vor Ort wichtiger sind, als sich bloß vor einen ideologischen Karren der Gewerkschaft und der SPD spannen zu lassen, wird Kasseckert deutlich. Dabei wird anerkannt, dass in den letzten Jahren die Arbeitsbelastung gestiegen ist, unterstreichen die CDU-Vertreter Kasseckert, Reul und Schad.

Foto: CDU Deutschland/Markus Schwarze

„Überlastungsanzeigen sind ein individuelles Instrument zum Arbeitsschutz für unsere Lehrerinnen und Lehrer, mit dem sie ihre ganz persönlich empfundene Mehrbelastung gegenüber dem Arbeitgeber anzeigen können“, die vom Kultusministerium ernst genommen und über die Staatlichen Schulämter Gespräche mit dem Ziel angeboten werden, die etwaigen Gründe für die individuelle Belastung ganz zu beheben oder zumindest zu lindern.

Derzeit beträgt die Lehrerversorgung zur Abdeckung der Stundentafel in Hessen 105 %. Zur Erinnerung: Zu Zeiten der SPD-Regierung lag die Versorgung bei 83 %. Flächendeckender Unterrichtsausfall war also die Regel, nicht die Ausnahme, betont Reul. Punktueller Unterrichtsausfall kann aufgrund von Krankheit, Schulausflügen, Klassenfahrten, Projektwochen immer vorkommen, wie in jedem anderen Betrieb. In solchen Fällen greifen funktionierende Vertretungskonzepte. Für den Fall längerfristiger Erkrankungen bzw. Vertretungssituationen (ab 6 Wochen) stellen die Staatlichen Schulämter eine mobile Vertretungsreserve zur Verfügung. Die Unterrichtversorgung ist in Hessen garantiert. Mit 54.100 Lehrerstellen weist Hessen eine Rekordversorgung auf. Schon 38.000 dieser Stellen decken die Grundunterrichtsversorgung, d. h. die Unterrichtsstunden laut Stundenplan, zu 100 % ab. Die restlichen 16.100 dienen der Wahrnehmung zusätzlicher Aufgaben, wie Inklusion, Sprachförderung oder auch sozialpädagogische Betreuung, entsprechend den gestiegenen Anforderungen und neuen Herausforderungen im Schulalltag. Hessen ist mit dieser 105-prozentigen Unterrichtsversorgung im bundesweiten Vergleich an der Spitze und gibt von allen Bundesländern pro Kopf am meisten für die Bildung aus. Vergleicht man den Schulalltag mit früher, sind auch die Klassengrößen im Durchschnitt von 22 (1999) auf 19 Schüler gesunken. Weitere Verbesserungen, die bereits beschlossen und angekündigt sind, werden folgen. Dazu zählt die Bildung von multiprofessionellen Teams – bestehend aus Schulpsychologen, sozialpädagogischen Fachkräften und auch administrativen Kräften –, um so die Lehrkräfte zielgerichtet unterstützen und entlasten zu können, der Ausbau der Ausbildung, die seit 2015 um 20 % aufgestockt wurde, oder die Entlastung von Verwaltungsaufgaben. Hierzu hat der Kultusminister gerade vergangener Tage ein Konzept vorgestellt, von dem auch der Main-Kinzig-Kreis profitiert. Die Vereinbarung mit dem Main-Kinzig-Kreis sieht die Einstellung von sogenannten Verwaltungsassistenzen bzw. Verwaltungsleitern zur Übernahme administrativer Aufgaben der Schulen vor. Bei der Finanzierung übernimmt das Land den Anteil der Kosten, die für die zu erfüllenden Aufgaben von Landesseite anfallen.

Verantwortung für bauliche Situation liegt beim Main-Kinzig-Kreis

Die Kritik zur baulichen Situation an den Schulen ist in vielen Fällen berechtigt. Nur ist hierfür nicht das Land, sondern der Schulträger, bei den vier Schulen, die Kritik geübt haben, konkret der Main-Kinzig-Kreis zuständig. Wer also die räumliche und bauliche Situation an den Schulen bemängelt, sollte wissen, dass hierfür die SPD-geführte Mehrheit im Main-Kinzig-Kreis verantwortlich ist, in dessen Gremien auch der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion sitzt.

Alles in allem, so die Christdemokraten, ist Bildung für uns eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Noch nie wurde so viel in Bildung investiert wie aktuell. Mag sein, dass es an der ein oder anderen Stelle noch mehr geben muss. Das gewünschte Bild der GEW über den Bildungsnotstand in Hessen trifft jedenfalls nicht zu, was entgegen den bestellten Beschwerdebriefen auch offen von vielen Schulleitungen bei regelmäßigen Schulbesuchen der Abgeordneten bestätigt wird.

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