Chancen auf neue Jobs am Staudinger

Kasseckert besucht Kohlekraftwerk in Großkrotzenburg

Wenn man mit dem Flugzeug in die Rhein-Main-Region kommt, kann man den Main-Kinzig-Kreis und die Gemeinde Großkrotzenburg schon an seiner mächtigen Landmarke erkennen: Dem Kraftwerk Staudinger mit seinen weißen Dampfwolken und den großen Kühltürmen des Kohlekraftwerks. Der CDU-Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert besuchte den Kraftwerksleiter im Hinblick auf die geplanten Umstrukturierungen rund um das Kraftwerk. Kasseckert war bis vor wenigen Jahren noch als Mitglied der Regionalversammlung mit dem Bau des geplanten Megablock 6 befasst. Durch die Energiewende hat sich die Situation jedoch gänzlich verändert, berichtet der Kraftwerksleiter, Matthias Hube. Das Großkrotzenburger Kraftwerk wird im Wesentlichen nur zur Stabilität des Stromnetzes benötigt. Derzeit seien bereits die Blöcke 1 bis 3 stillgelegt. Als Reserve werden die Blöcke 4 und 5 betrieben, wobei mit Block 4 ein Gaskraftwerk für die Sicherstellung der Stromversorgung notwendig ist, das mit nur 35 % einen sehr geringen Wirkungsgrad hat, betont Hube. Der Wirkungsgrad sei beim Kohleblock mit 42 % deutlich höher. Jährlich werden dort bis zu 770.000 Tonnen Kohle plus 33.000 Tonnen Klärschlamm verfeuert. Daraus wird Strom für rund 900.000 Haushalte und Fernwärme für 19.000 Haushalte in Hanau und Großkrotzenburg hergestellt.

Gemeinsam mit Hube besichtigte Kasseckert das Kraftwerk und dessen Leitzentrale. Auch wenn das Kraftwerk Staudinger von hier aus einen Beitrag zur Netzstabilität der Stromversorgung erbringt, wird deutlich, dass die Zukunft von Staudinger nicht mehr in der Stromerzeugung liegt, sind sich Kasseckert und Hube einig. Der Kraftwerksleiter stellte dem Landtagsabgeordneten eine Marktanalyse und mögliche Umstrukturierungen auf dem Kraftwerksgelände vor. So könnte nach den Vorstellungen von Hube dort, wo früher Energie erzeugt wurde, ein Industriepark entstehen. Dabei ist die Nutzung der Flächen für viele verschiedene Branchen vorstellbar. Interessant, so Hube, sei der Standort zum Beispiel für Rechenzentren, die einen extrem hohen Strombedarf haben, den man unmittelbar hier am Kraftwerk zur Verfügung stellen könne.

Ähnliche Überlegungen hat die Stadt Hanau für die benachbarte, ehemalige Großauheim-Kaserne vor wenigen Tagen vorgestellt. Durch den Rückbau von Kühlthermen werden zusätzlich Flächen frei, die man ebenfalls für eine industrielle Nutzung heranziehen könnte. Hube stellte hierbei eine Verwertungsmöglichkeit für Straßenaufbruch vor, die bereits seit vielen Jahren in den Niederlanden praktiziert wird. Kasseckert kennt das Problem aus den Baumaßnahmen des Landes. Seit kurzer Zeit könne der Straßenaufbruch nicht mehr als Tragschicht Wiederverwendung finden. In der von Hube vorgestellten Recyclingmöglichkeit sieht Kasseckert eine gute Möglichkeit, um die im Straßenaufbruch vorhandenen Rohstoffe zu recyclen. Ein Vorteil für die anzuliefernden Tonnagen des Straßenaufbruchs bietet hier vor allem die Schiffsanlegestelle am Main. Damit könnte der überwiegende Teil des Recyclingmaterial über die Wasserstraße per Schiff an- und abtransportiert werden. Es sei der richtige Weg, über alternative Nutzungen des Kraftwerkgeländes nachzudenken. Aus der Vergangenheit weiß man, dass bei Nachnutzungen von Industriebrachen häufig sehr viele neue Arbeitsplätze entstehen. Damit wäre Staudinger auch für die Gemeinde Großkrotzenburg sowohl mit Blick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, aber auch mit Blick auf die Gewerbesteuer, eine lohnende Alternative, die der Landtagsabgeordnete gerne unterstützt.

 

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