Kurz notiert
02.03.2018, 11:16 Uhr | Heiko Kasseckert
Kein Rabatt bei der Sicherheit
Kolumne Hanauer Anzeiger, 03.03.2018

Es gehört zu den weniger guten Eigenschaften unserer modernen Zeit, dass wir in allem etwas Negatives sehen. Das Lamento und die Klage oder auch die Forderung nach „immer mehr“ verschränken dabei oft den Blick für erfolgreiche Leistungen. Eine dieser positiven Meldungen ist sicher die Bilanz unserer Kriminalitätsentwicklung. Nun ist das kein besonders schickes Thema, aber bei genauem Hinschauen stellt man fest, dass es uns immer und überall selbst treffen kann.

Wiesbaden/Hanau -

Da ist es vielleicht beruhigend zu wissen, dass die hessische Polizei im Jahr 2017 auf den niedrigsten Stand der Kriminalitätsbelastung seit fast 40 Jahren blicken kann. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Straftaten landesweit um fast neun Prozent zurückgegangen. Zugleich wurde die höchste Aufklärungsquote seit Bestehen der Polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 1971 gemessen. Rund 63 Prozent der Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Noch nie waren es mehr!

Besonders beim Wohnungseinbruchdiebstahl ging die Zahl der Straftaten um mehr als 20 Prozent zurück. Ein umfangreiches Maßnahmenpaket und gezielte Präventionsmaßnahmen sind die Erfolgsfaktoren bei diesem Delikt, das bei vielen Opfern lange Zeit starke psychische Belastungen hervorrufen kann. Durch passgenaue Prävention liegt die sogenannte Versuchsquote bei knapp 50 Prozent. Das bedeutet, dass jeder zweite Einbruchsversuch vereitelt werden konnte.

Und trotzdem herrscht beim Thema Sicherheit oft ein subjektives Unbehagen. Grund dafür sind vor allem Angriffe mit zum Teil schweren Körperverletzungen im öffentlichen Raum. Keine Frage, diese Delikte und ihre Schwere haben zugenommen, auch bei uns in Hanau. Darauf kann die Polizei nur mit mehr Präsenz, Prävention, Videoüberwachung und einer engen Vernetzung mit Kommunen und Bürgern reagieren. Mehr als 1.500 Polizeianwärter werden aktuell ausgebildet, um mehr Polizei auf allen Dienststellen einsetzen und sichtbar machen zu können. Über 20 Mio. Euro werden in Dienst- und Schutzkleidung und bessere Ausstattung unserer Polizistinnen und Polizisten investiert. Am Ende aber darf eines nicht fehlen: Eine starke Gesellschaft, die sich gegen die Verrohung der Sitten stellt. Das fängt bei kleineren Sachbeschädigungen, Pöbeleien und sogenannten Kavaliersdelikten an und endet bei radikaler Kriminalität. Es liegt auch an uns, über Erziehung, Bildung und Zivilcourage den öffentlichen Raum nicht den Pöblern und Kriminellen zu überlassen. Dabei muss sich der Bürger auf den Schutz unserer Polizei verlassen können. Diesen Frauen und Männern gilt unser besonderer Dank sowie ein Glückwunsch für die erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr!

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