Auch die Hanauer Tafel spürt die Auswirkungen der Corona-Krise – im positiven, wie im negativen Sinne, wie Gordana Kapetanic und Annette Geier-Neugebauer vom Leitungsteam der Einrichtung sowie Jörg Mair (stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Lichtblick) bei einem gemeinsamen Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert, des Hanauer Landtagsabgeordneten Heiko Kasseckert sowie des örtlichen CDU-Vorsitzenden Joachim Stamm berichteten.

Da ein großer Teil der ehrenamtlichen Helfer der Risikogruppe angehört, konnten viele Aktive nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie von einem auf den anderen Tag nicht mehr vor Ort mitanpacken. Aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln können zudem nicht mehr so viele Menschen gleichzeitig die Ausgabestelle betreten; daher bilden sich vor dem Laden teilweise längere Warteschlangen. Trotz aller Widrigkeiten nimmt das Team aber auch positive Erkenntnisse aus den vergangenen Wochen mit. So sei die Spendenbereitschaft in der Corona-Zeit sogar angestiegen; viele Privatpersonen hätten in Form von Lebensmittel-, aber auch Maskenspenden angeboten, zu helfen. Auch Restaurantinhaber, die ihre Lokale kurzfristig schließen mussten, haben Lebensmittel vorbeigebracht. Der Ausfall der ehrenamtlichen Helfer konnte durch das beherzte Einspringen von Mitarbeitern des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt Hanau kompensiert werden. Die Hanauer Tafel wird durch die Stiftung „Lichtblick“ der Evangelischen Marienkirchengemeinde betrieben und wurde 1992 ursprünglich als Wohnungslosenhilfe gegründet. 1999 kam dann auch die Hanauer Tafel hinzu. Zunächst erfolgte die Lebensmittelausgabe an einem, mittlerweile an drei Tagen in der Woche. Insgesamt sind aktuell 650 Tafelausweise für ca. 2.000 Menschen in Hanau und der Region, überwiegend aus dem Altkreis Hanau, ausgegeben. Die Tafel finanziert sich durch Zuschüsse der Stadt und sonst ausschließlich durch Spenden. Jeder „Einkauf“ kostet symbolisch 2 Euro pro Person. Für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr werden die Lebensmittel kostenfrei ausgegeben. Die hessische Landesregierung unterstützt die Arbeit der Tafeln aktuell mit einem Soforthilfeprogramm in Höhe von insgesamt bis zu 1,25 Millionen Euro zur Deckung der Betriebskosten. Eine im konkreten Fall überlebenswichtige Unterstützung, damit die wertvolle Arbeit der rund 60 Tafeln in Hessen auch in der Krise fortgeführt werden kann.

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