Im Gespräch



 Heiko Kasseckert (CDU), Kandidat für die Landtagswahl am 22. September 2013 im Wahlkreis 41, Hanau, Maintal, Erlensee und Großkrotzenburg. Kasseckert war von 1996 bis 2008 Bürgermeister der Stadt Langenselbold und von 2008 bis 2011 im Vorstand, zuletzt als Direktor des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain.

 
 
Herr Kasseckert, Sie sind im Dezember 2011 als Direktor aus dem Vorstand des Regionalverbandes ausgeschieden. Denken Sie noch verärgert an diese Zeit zurück?
 
Nein, ich bin nicht verärgert. Politik ist Macht auf Zeit. Und das bedeutet, dass sich Mehrheiten ändern können, und dann ändern sich auch die Köpfe. Natürlich habe ich es sehr bedauert, dass ich das Begonnene nicht weiterführen konnte. Mir hat die Aufgabe sehr viel Spaß gemacht. Aber so sind die Spielregeln.
 
Man blickt aber doch immer noch auf den Verband und schaut, was aus ihm geworden ist?
 
Natürlich - und auch mit einigem Erstaunen. Man hätte viel mehr rausholen und in diesen schwierigen Zeiten auch eine verlässliche Führungsrolle in der Region übernehmen können. Das geschieht nicht. Der Verband verwaltet nur und kann seine Rolle nicht wahrnehmen. Schade für den Verband und schade für die Region. Von daher tut es mir schon ein bisschen leid… Aber mein Blick richtet sich nach vorne!
 
… auf die Landtagswahl…
 
Genau!
 
Sie kandidieren als Nachfolger von Aloys Lenz für den Hessischen Landtag. Wie sehen Sie Ihre Chancen?
 
Ich gehe ganz optimistisch, aber auch realistisch in diese Wahl. Aloys Lenz hat den Wahlkreis sechs Mal in Folge direkt gewonnen. Das war eine große Leistung und es ist eine gute Grundlage, aber eben keine Garantie. Wir haben als CDU auf Bundes- und Landesebene immer noch deutlich die Nase vorn. Die Menschen vertrauen uns, und sie trauen uns stärker als den anderen zu, in diesen schwierigen Zeiten – geprägt von Finanz- und Wirtschaftskrisen - die Probleme zu lösen. Und ich glaube, dass ich durch meine Erfahrung vieles für den Wahlkreis Hanau, Maintal, Erlensee und Großkrotzenburg in Wiesbaden tun kann.
 

 
Wie gut kennen Sie den Wahlkreis 41?
 
Ich war 12 Jahre Bürgermeister in Langenselbold und habe eng mit den Kollegen im Altkreis Hanau zusammengearbeitet. Danach habe ich 4 Jahre lang im Vorstand des Regionalverbandes jede planerische Entwicklung im Bereich Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Demografie u. ä. verfolgt. Natürlich hat man da auch ein genaues Auge auf seine Heimat, und bei der ein oder anderen Entscheidung gibt auch das Gefühl den Ausschlag. Außerdem bin ich schon seit 12 Jahren im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises. Es gibt also fast kein Thema aus diesem Wahlkreis, mit dem ich in der Vergangenheit noch nicht zu tun hatte.
 
… aber Sie wohnen in Langenselbold?
 
Selbst wenn ich im Wahlkreis wohnen würde, könnte ich nur in einer Stadt leben. Von meinem Wohnort haben die Bürger nichts. Aber von meinem Engagement und meinen Erfahrungen in Politik und Wirtschaft.
 
Und wie gut kennen Sie Ihre Gegenkandidaten?
Den Kollegen der SPD kenne ich nicht. Er war bisher ja noch nicht im Kreis oder in der Region aktiv. Die Kollegen von Grüne und FDP sind mir da schon eher bekannt. Ich respektiere alle, die sich um ein Amt bewerben, und natürlich nehme ich alle Gegenkandidaten ernst.
 
Man sagt Ihnen die Nähe zur Wirtschaft nach. Stimmt das?
 
Ich habe schon einen Schwerpunkt in den Bereichen Wirtschaft, Ökonomie und Infrastruktur. Denn ich bin davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn wir eine gesunde Wirtschaft haben. Wenn Unternehmer und Mitarbeiter davon leben können, sie dadurch eine Perspektive und Sicherheit für ihre Familien haben, wenn Steuern gezahlt werden und so unser Gemeinwesen überhaupt erst unterhalten werden kann. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass Politik gute Bedingungen für unsere Wirtschaft gestaltet. Aber das schließt ja andere Themenfelder nicht aus.
 
Zum Beispiel?
 
Sehen Sie, als Bürgermeister haben sie die gesamte Palette der Themen zu bespielen. Von Kindergarten, Schule, Jugend- und Seniorenarbeit, Vereinsleben, Sport und Freizeit, Kultur, bis hin zu Stadtentwicklung, Bauen und Finanzen. Hinzu kommt noch die innere Organisation und die Personalführung. Also eine große Bandbreite.
 
Nutzen diese Erfahrungen in späteren Aufgaben?
 
Natürlich. Ich habe in Langenselbold das Rathaus zu einem Dienstleister umgebaut. Wir waren die erste Kommune im Kreis, die den Kindergartenanspruch zu 100 % erfüllt hat. Wir haben frühzeitig ausreichend Hortplätze angeboten, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. In meiner Zeit sind über 1.000 neue Arbeitsplätze in Langenselbold entstanden. Für die Vereine konnte ich ein neues und modernes Sportzentrum bauen, für die Bevölkerung die Nahversorgung verbessern und einen neuen Rettungsstützpunkt für Feuerwehr und DRK errichten. Das alles sind Erfahrungen, die in der Arbeit auf Landesebene eine große Bedeutung haben. Man fängt nicht von vorne an.
 
… weil man Sie auch vom Hessentag kennt?
 
Auch das. Der Hessentag war ein großartiges Fest und eine Gemeinschaftsleistung. Leider war ich ja 2009 schon in Frankfurt tätig. Aber natürlich konnte ich viele Wege in Wiesbaden durch die guten und persönlichen Verbindungen zu den Ministerien und den Mitgliedern der Landesregierung erledigen. In meiner Aufgabe im Regionalverband kamen dann auch noch die Erfahrungen der überörtlichen Planung und langfristiger Politikfelder, wie Demografie oder auch die Europapolitik, hinzu. Auch hier gab es eine enge Zusammenarbeit mit den Regierungsstellen. Das nützt sicher auch in einer neuen Aufgabe als Landtagsabgeordneter.
 

 
Was werden die Themen sein, an denen Sie arbeiten?
 
Wir haben ja schon von Schwerpunkten gesprochen. Bezüglich der Infrastruktur sehe ich es dringend notwendig an, dass der Ausbau der Nordmainischen S-Bahn und auch der Bau des Riederwaldtunnels verwirklicht werden. Im Bereich der Kinderbetreuung werden auch künftig weitere Anstrengungen zum Ausbau der Betreuungsangebote notwendig sein. Hier muss das Land die Kommunen finanziell unterstützen. Das sind nur zwei Beispiele. Grundsätzlich stehe ich für die Freiheit in der Entscheidung des Einzelnen und möglichst wenig staatliche Eingriffe und Bevormundungen, wie von SPD und Grüne geplant. Dazu dem Bürger mit Steuererhöhungen massiv in die Taschen zu greifen, lehne ich ab.
 
… und wie sieht Ihr Wahlkampf aus?
 
Ich möchte mit den Menschen ins Gespräch kommen und werde in den nächsten Tagen und Wochen jede Möglichkeit dafür nutzen. Ich werde Feste und Einrichtungen besuchen, Informationsveranstaltungen anbieten, Hausbesuche machen und mit einer Broschüre über mich und meine Ziele informieren. Es wird mir also nicht langweilig werden in diesem Sommer. Aber ich freue mich darauf.
 
Bleibt da noch Zeit für die Familie und Hobbys?
 
In Wahlkampfzeiten steht das natürlich alles zurück. Ansonsten kann ich bei einem Saunagang gut ausspannen – eine Leidenschaft von mir, Sommer wie Winter. Und die Kinder haben das Versprechen auf die Herbstferien.
 
Vielen Dank für das Gespräch.
 
Das Gespräch führte Jürgen Lönneker

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon